{"id":412,"date":"2022-08-05T13:59:00","date_gmt":"2022-08-05T13:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/?p=412"},"modified":"2022-06-28T14:01:15","modified_gmt":"2022-06-28T14:01:15","slug":"ol-im-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/ol-im-meer\/","title":{"rendered":"<strong>\u00d6l im Meer<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Insgesamt geht man heute von gut 1 Million Tonnen \u00d6l aus, das j\u00e4hrlich ins Meer flie\u00dft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Rund 5 Prozent stammen aus nat\u00fcrlichen Quellen, zum Beispiel im Golf von Mexiko, wo \u00d6l durch Risse und Spalten im Untergrund aus den Lagerst\u00e4tten bis zum Meeresboden aufsteigt. In anderen Regionen wie etwa dem Kaspischen Meer gelangt Erd\u00f6l in gro\u00dfen Mengen durch Schlammvulkane aus dem Untergrund ins Wasser. Schlammvulkane sind keine Vulkane im eigentlichen Sinn, sondern Erhebungen im Meeresboden, aus denen wasserhaltiges Sediment hervorquillt. Das Sediment erhitzt sich in gro\u00dfer Tiefe im Untergrund, steigt dadurch auf und kann \u00d6l aus benachbarten Lagerst\u00e4tten mit nach oben tragen.&nbsp;<\/li><li>10 Prozent tragen Tankerunf\u00e4lle zur Ver\u00f6lung der Meere bei.&nbsp;<\/li><li>35&nbsp;Prozent gelangen w\u00e4hrend des regul\u00e4ren Schiffsbetriebs ins Meer. Dazu z\u00e4hlt \u00d6l, das bei Unf\u00e4llen frei wird, sowie \u00d6l, das durch illegale Tankreinigungen ins Wasser gelangt.&nbsp;<\/li><li>Der mit 45 Prozent gr\u00f6\u00dfte Teil der \u00d6lverschmutzungen stammt aus industriellen oder kommunalen Abw\u00e4ssern sowie aus dem Routinebetrieb von Bohr- und F\u00f6rderinseln.<\/li><li>Die restlichen 5 Prozent sind ungewissen Ursprungs.&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Verschmutzungen verursachen somit die schleichende Ver\u00f6lung durch Abw\u00e4sser und die Schifffahrt!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Opfer der \u00d6lverschmutzung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6gel geh\u00f6ren zu den ersten Opfern, wenn \u00d6l ins Meer gelangt. Ihr Gefieder verliert schon durch wenige Tropfen \u00d6l ihre isolierende und wasserabweisende Wirkung, die Tiere unterk\u00fchlen und sterben. Zudem werden die Atmungs- und Verdauungssysteme durch giftige Kohlenwasserstoffverbindungen, Aromaten oder Schwermetalle gesch\u00e4digt. Aber auch Meeress\u00e4uger, Jungfische und Reptilien reagieren \u00e4u\u00dferst empfindlich auf die \u00d6lverschmutzung. So kann das Einatmen giftiger Stoffe bei Meeress\u00e4ugern zu Sch\u00e4digungen des Nervensystems f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie kann das \u00d6l aus den Meeren entfernt werden?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits gibt es die M\u00f6glichkeit mittels Schiffen, die \u00d6lverschmutzungen abzusaugen oder abzusch\u00f6pfen. Auch an Str\u00e4nden werden immer wieder Reinigungen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei hohen Temperaturen k\u00f6nnen auch Bakterien das \u00d6l im Meer ganz gut zersetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch wird es an schlecht zug\u00e4nglichen Stellen wie z.B. in Mangroven. Mangrovenw\u00e4lder ben\u00f6tigen zwischen 2 und mehr als 20 Jahren, um sich von einer Ver\u00f6lung zu erholen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei niedrigen Temperaturen k\u00f6nnen Bakterien schlecht arbeiten. Das bedeutet, dass z.B. in der Arktis eine \u00d6lverschmutzung ganz schlecht behoben werden kann. Die Arktis ist nach wie vor in weiten Teilen ein nat\u00fcrlicher Lebensraum mit einzigartigen und weitgehend unber\u00fchrten \u00d6kosystemen, die durch das \u00d6l massiv gesch\u00e4digt werden k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was machen Regierungen gegen die \u00d6lverschmutzung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am meisten \u00d6l gelangte in den 1970er Jahren ins Meer \u2013 etwa 15-mal mehr als zwischen 2000 und 2009. Diesen R\u00fcckgang f\u00fchren Fachleute insbesondere auf internationale Konventionen und Vorschriften zum Schutz der Meere zur\u00fcck, die als Folge der verschiedenen \u00d6l-unf\u00e4lle nach und nach eingef\u00fchrt wurden. Zu den wichtigsten z\u00e4hlt das Internationale \u00dcbereinkommen zur Verh\u00fctung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL 73\/78), mit dem 1983 unter anderem Meeresschutzgebiete ausgewiesen wurden, in denen der Tankerverkehr ganz oder teilweise eingeschr\u00e4nkt ist. Au\u00dferdem ebnete dieses Abkommen den Weg zum Bau von Doppelh\u00fcllentankern. So muss heute jeder Tankerneubau eine doppelte Schiffswand haben. Bricht bei einer Kollision die Au\u00dfenhaut, bleiben die Tanks innen meist intakt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelmeer oder der Nord- und Ostsee, werden auch seit vielen Jahren \u00dcberwachungsfl\u00fcge durchgef\u00fchrt. Da sich \u00d6lverschmutzungen aus dem Flugzeug mit Spezialkameras sehr gut identifizieren lassen, kann man Schiffe, deren Besatzung die Tanks auf See reinigen oder \u00d6l ablassen, schnell entdecken. Da Umwelts\u00fcnder im Bereich der Sondergebiete strafrechtlich verfolgt werden, haben die Fl\u00fcge abschreckende Wirkung, sodass die Zahl der illegalen Einleitungen deutlich gesunken ist.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insgesamt geht man heute von gut 1 Million Tonnen \u00d6l aus, das j\u00e4hrlich ins Meer flie\u00dft.&nbsp; Rund 5 Prozent stammen &#8230; <a title=\"\u00d6l im Meer\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/ol-im-meer\/\" aria-label=\"More on \u00d6l im Meer\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":413,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23],"tags":[54,56,55],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/Ollecks.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/412"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=412"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/412\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":414,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/412\/revisions\/414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/413"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.7-oceans.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}